| Behandlung
des Heuschnupfens
oder der Pollinosis

Die
klassische Therapie beruht auf 3
Pfeilern:
Prophylaxe
durch Vermeidung übermässiger Pollenexposition
Symptombehandlung
mit lokal anwendbaren Sprays und Tropfen sowie systemischen Medikamenten
(Tabletten, Sirup und ev. Spritzen)
Ursächlich
wirksame Behandlung durch Desensibilisierung oder
Hyposensibilisierung (Heilung möglich!)
Reduktion
der Pollenexposition
tragen
einer Sonnenbrille im Freien
waschen
oder ausbürsten der Haare vor dem Schlafengehen (Entfernung der Pollen)
schlafen
bei geschlossenem Fenster, v.a. nach Mitternacht (Pollenkonzentration
in
frühen Morgenstunden am höchsten)
anwenden
einer fetthaltigen Nasensalbe (reduziert die Penetration der Pollen über
die Nasenschleimhaut)
Vermeidung/Einschränkung
von ausgeprägten Aktivitäten im Freien während hoher Pollenflugperioden
Symptombehandlung
Lokal
anwendbare Medikamente (Nasenprays, Augentropfen)
Cromoglykate
(z.B. Lomusol-Nasenspray, Opticrom-Augentropfen, Tilavist für Augen und
Nase):
- wirken prohylaktisch
- sollten regelmässig angewendet werden
- mehrmalige tägliche Applikation
Antihistaminica
(z.B. Livostin für Auge und Nase, Allergodil Nasenspray)
rasche Wirkung
- können nur bei Bedarf angewendet
- 2x tägliche Anwendung
- meist ungenügender Einfluss auf eine blockierte Nase
Cortison-Nasensprays
(z.B. Flutinase, Rhinocort)
- ausgezeichnete Wirkung, auch auf eine blockierte Nase
- 1x tägliche Anwendung
- sollten regelmässig angewendet werden
- gut
verträglich (keine typischen Cortisonnebenwirkungen!!), selten
Nasenbluten
Antihistaminica
(Tabletten, Sirup)
Die
neue Generation (z.B. Claritin, Aerius, Telfast, Zyrtec, Xyzcal, etc..)
hat praktisch keine Nebenwirkungen und macht insbesondere nicht müde
(Verstauglichkeit). Einige Präparate sollten aber nicht mit gewissen
Medikamtenen und bei Herz- und Leberkrankheiten verabreicht werden.
Die
alte Generation (z.B. Fenistil, Phenergan, Tavegyl, etc.) macht schläfrig
und eignet sich für die Nacht.
wirken
oft ungenügend auf die verstopfte Nase
Asthma:
siehe Kapitel Asthma
Immuntherapie oder
Desensibilisierung
siehe auch WHO-Positionspapier
Immuntherapie
Prinzip
In steigender Dosierung werden Extrakte mit den allergieauslösenden
Substanzen in den Oberarm gespritzt. Damit wird der Organismus gegen diese
Allergene unempfindlich. Im Idealfall entsteht eine definitive Heilung.
2
Methoden
Kurzzeitdesensibilisierug: Vor der Pollensaison erhalten die
Patienten wöchentlich ein Spritze, insgesamt ca. 6-8 Injektionen. Dauer:
3-5 aufeinanderfolgende Saisons.
Ganzjährige Desensibilisierung: Wöchentliche Spritzen bis zur
Erhaltungsdosis (ca. 14 Injektionen), in der Folge wird die
Erhaltungsdosis alle 4 Wochen gespritzt (auch während der Pollensaison).
Dauer: 3-5 Jahre. (Diese Behandlungsform ist auch bei Allergien gegen
Bienen- und Wespengift hochwirksam)
Wirksamkeit
bis zu 90%
Nebenwirkungen
- Die Spritzen sind sehr schmerzarm!
- Da die allergieauslösende Substanz gespritzt wird, können
theroretisch Allergiesymptome ausgelöst werden. Die Patienten werden deshalb 30 Minuten
lang in der Praxis überwacht.
- in der Regel gut verträglich
-Am häufigsten sind lokale
Nebenwirkung am Ort der Injektion (vorübergehende Schwellungen).
Bedingung
genaue Abklärung des Heuschnupfens mit Nachweis der Allergie (Haut-
und/oder Blutteste)
Wer
macht was?
- Abklärung durch einen Allergologen
- Die Therapie kann auch durch
den Hausarzt durchgeführt werden, falls dieser die entsprechende
Erfahrung hat. (Ausnahme: Einleitungsphase bei Bienen-
und Wespenallergien)
Mögliche Behandlungspläne
Behandlungform
richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen, den Symptomen und der
Ansprechbarkeit auf die verschiedenen Therapieformen
Antihistaminica in
Tablettenform oder als Sirup
- Verschiedene Organe sind gleichzeitig betroffen.
- bei Juckreiz im Rachenraum oder an der Haut
- praktische und einfache und meist sehr wirkungsvolle Therapie
- wirken beim Asthma und bei verstopfter Nase unvollständig
lokale anwendbare Medikamente
(Spray, Tropfen)
- nur ein Organ ist betroffen.
- Abneigung gegen Tabletten
- cortisonhaltige Nasensprays: Bei verstopfter Nase
Kombination Tabletten mit
Sprays und Tropfen
Symptome die mit lokalen Medikamenten nicht vollständig kontrolliert
werden
Desensibilisierung
- wenn definitiver Erfolg gewünscht wird
- wenn Symptombehandlung zu wenig nützt
- Nachteil:
Relativ aufwendig
Nützliche
Informationsquellen bei Heuschupfen
Der Heuschnupfen kann mit den heute zur Verfügung stehenden
Medikamenten gut und nebenwirkungsarm behandelt werden. Niemand muss mehr
leiden!

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