Allergologie


Good Allergy Practice

Heuschnupfen

Behandlung Heuschnupfen

klassische Therapie
Expositionsprophylaxe
Symptombehandlung
Lokale Medikamente
Antihistaminica
Asthma

Immuntherapie
Behandlungspläne
Informationsquellen

Artikel: Pollenallergie klinische Aspekte Teil 1

Artikel: Pollenallergie Diagnostik und Therapie Teil 2

WHO-Positionspapier Immuntherapie


Hausstaubmilben-
Allergie

Insektenallergie
Tierallergie
Neurodermitis
Kontaktekzem

Cortison
Asthma
Allergisch auf die Umwelt?

Laktoseintoleranz
Sinnlose Allergietests

 

 

 

Behandlung des Heuschnupfens oder der Pollinosis


 

Die klassische Therapie beruht auf 3 Pfeilern:

Prophylaxe durch Vermeidung übermässiger Pollenexposition
Symptombehandlung mit lokal anwendbaren Sprays und Tropfen sowie systemischen Medikamenten (Tabletten, Sirup und ev. Spritzen)
Ursächlich wirksame Behandlung durch Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung (Heilung möglich!)

Reduktion der Pollenexposition
tragen einer Sonnenbrille im Freien
waschen oder ausbürsten der Haare vor dem Schlafengehen (Entfernung der Pollen)
schlafen bei geschlossenem Fenster, v.a. nach Mitternacht (Pollenkonzentration in frühen Morgenstunden am höchsten)
anwenden einer fetthaltigen Nasensalbe (reduziert die Penetration der Pollen über die Nasenschleimhaut)
Vermeidung/Einschränkung von ausgeprägten Aktivitäten im Freien während hoher Pollenflugperioden

Symptombehandlung

Lokal anwendbare Medikamente (Nasenprays, Augentropfen)
Cromoglykate (z.B. Lomusol-Nasenspray, Opticrom-Augentropfen, Tilavist für Augen und Nase):
  - wirken prohylaktisch
  - sollten regelmässig angewendet werden
  - mehrmalige tägliche Applikation
Antihistaminica (z.B. Livostin für Auge und Nase, Allergodil Nasenspray)
rasche Wirkung
  - können nur bei Bedarf angewendet
  - 2x tägliche Anwendung
  - meist ungenügender Einfluss auf eine blockierte Nase
Cortison-Nasensprays (z.B. Flutinase, Rhinocort)
  - ausgezeichnete Wirkung, auch auf eine blockierte Nase
  - 1x tägliche Anwendung
  - sollten regelmässig angewendet werden
  - gut verträglich (keine typischen Cortisonnebenwirkungen!!), selten Nasenbluten

Antihistaminica (Tabletten, Sirup)
Die neue Generation (z.B. Claritin, Aerius, Telfast, Zyrtec, Xyzcal, etc..) hat praktisch keine Nebenwirkungen und macht insbesondere nicht müde (Verstauglichkeit). Einige Präparate sollten aber nicht mit gewissen Medikamtenen und bei Herz- und Leberkrankheiten verabreicht werden.
Die alte Generation (z.B. Fenistil, Phenergan, Tavegyl, etc.) macht schläfrig und eignet sich für die Nacht.
wirken oft ungenügend auf die verstopfte Nase

Asthma: siehe Kapitel Asthma

Immuntherapie oder Desensibilisierung
siehe auch WHO-Positionspapier Immuntherapie

Prinzip
In steigender Dosierung werden Extrakte mit den allergieauslösenden Substanzen in den Oberarm gespritzt. Damit wird der Organismus gegen diese Allergene unempfindlich. Im Idealfall entsteht eine definitive Heilung.
2 Methoden
Kurzzeitdesensibilisierug: Vor der Pollensaison erhalten die Patienten wöchentlich ein Spritze, insgesamt ca. 6-8 Injektionen. Dauer: 3-5 aufeinanderfolgende Saisons.
Ganzjährige Desensibilisierung: Wöchentliche Spritzen bis zur Erhaltungsdosis (ca. 14 Injektionen), in der Folge wird die Erhaltungsdosis alle 4 Wochen gespritzt (auch während der Pollensaison). Dauer: 3-5 Jahre. (Diese Behandlungsform ist auch bei Allergien gegen Bienen- und Wespengift hochwirksam)
Wirksamkeit
bis zu 90%
Nebenwirkungen
  -
Die Spritzen sind sehr schmerzarm!
  - Da die allergieauslösende Substanz gespritzt wird, können theroretisch    Allergiesymptome ausgelöst werden. Die Patienten werden deshalb 30 Minuten    lang in der Praxis überwacht.
  - in der Regel gut verträglich
  -Am häufigsten sind lokale Nebenwirkung am Ort der Injektion (vorübergehende Schwellungen).
Bedingung
genaue Abklärung des Heuschnupfens mit Nachweis der Allergie (Haut- und/oder Blutteste)
Wer macht was?
- Abklärung durch einen Allergologen
- Die Therapie kann auch durch den Hausarzt durchgeführt werden, falls dieser die entsprechende Erfahrung hat. (Ausnahme: Einleitungsphase bei Bienen- und Wespenallergien)

Mögliche Behandlungspläne

Behandlungform
richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen, den Symptomen und der Ansprechbarkeit auf die verschiedenen Therapieformen
Antihistaminica in Tablettenform oder als Sirup
  - Verschiedene Organe sind gleichzeitig betroffen.
  - bei Juckreiz im Rachenraum oder an der Haut
  - praktische und einfache und meist sehr wirkungsvolle Therapie
  - wirken beim Asthma und bei verstopfter Nase unvollständig
lokale anwendbare Medikamente (Spray, Tropfen)
 
- nur ein Organ ist betroffen.
  - Abneigung gegen Tabletten
  - cortisonhaltige Nasensprays: Bei verstopfter Nase
Kombination Tabletten mit Sprays und Tropfen
Symptome die mit lokalen Medikamenten nicht vollständig kontrolliert werden
Desensibilisierung
  - wenn definitiver Erfolg gewünscht wird
  - wenn Symptombehandlung zu wenig nützt
  - Nachteil: Relativ aufwendig

Nützliche Informationsquellen bei Heuschupfen

http://www.meteoschweiz.ch Homepage der Schweizerischen Meterologischen Anstalt (SMA)
http://www.pollenundallergie.ch Pollenflugbulletin der Schweiz
http://www.polleninfo.org/ europäische Pollenprognose
http://www.usatoday.com/weather/resources/
basics/wpollen.htm
Pollensituation in sämtlichen Bundesstaaten der USA


D
er Heuschnupfen kann mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten gut und nebenwirkungsarm behandelt werden. Niemand muss mehr leiden!



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