Dr. med. Martin Pletscher, Hauptstrasse 85, 4102 Binningen, Tel: 061- 426 98 26, FAX: 061- 426 98 25
Kontaktekzem
Die Kontaktallergie ist eine Hautentzündung, welche durch Kontakt mit Substanzen aus der Umwelt entsteht. Das typische
Krankheitszeichen ist das Ekzem. Kontaktallergien haben eine charakteristische Verteilung, die vermuten lässt, dass externe
Faktoren ursächlich beteiligt sind. Man unterscheidet zwei Formen: Das irritative und das allergische Kontaktekzem.
Irritatives Kontaktekzem
Die Irritation oder Reizung der Haut ist der häufigste Grund eines Kontaktekzemes. Jeder Prozess, der die Oberhaut schädigt, führt
zu einer Entzündung mit einer Ekzemreaktion. Wiederholte Kontakte mit zum Beispiel alkalischen Seifen, Putzmitteln oder industrielle
Expositionen mit Lösungsmitteln, Kühlmittel etc. entfetten die Haut. Dies führt zur Schädigung der Hautbarriere, zur Austrocknung und
Rissbildungen der Haut und schlussendlich zur Entzündung. Oft genügen schwache Reize, die normalerweise als Einzelreiz harmlos
sind aber bei wiederholter Einwirkung zur Schädigung führen können.
Risikoberufe: Hausfrauen, Nassberufe, Pflegeberufe, Industriearbeiter, Berufe mit starker mechanischer Belastung (Bauarbeiter,
Mechaniker, etc.). Ein erhöhtes Risiko haben zudem Allergiker (Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis).
Behandlung: Meiden der auslösenden Ursachen. Im akuten Zustand cortisonhaltige Salben (siehe Cortison), Fetten
Prophylaxe: Meiden der auslösenden Ursachen, regelmässige Hautpflege (Fetten), Hautschutzsalben (Barriercremen).
Allergisches Kontaktekzem
Die Kontaktallergie entsteht durch eine abnorme Reaktion des Immunsystems (Abwehrsystem). Dringen Substanzen in die Haut,
können sie bei einer entsprechenden Bereitschaft eine Allergie auslösen. Bei jedem erneuten Kontakt mit der allergieauslösenden
Substanz (Allergen) entsteht eine Entzündung der Haut oder ein Ekzem.
Spezifität: Man reagiert immer nur auf die allergieauslösende Substanz und toleriert alle anderen Stoffe.
Kreuzreaktivität: Hat eine Substanz eine ähnliche chemische Struktur wie der allergieauslösende Stoff, kann er vom Immunsystem
nicht unterschieden werden. Die Haut wird dann auch auf diese Substanz reagieren.
Sensibilisierung: Kontaktallergien entwickeln sich nicht beim ersten Kontakt sondern erst nach einer unterschiedlich langen Zeit. Es
ist möglich, dass eine Substanz während Jahren gut toleriert wird und dass plötzlich auf den gleichen Stoff eine Allergie entsteht. Man
nennt diesen Vorgang Sensibilisierung oder Allergisierung. Bei jedem erneuten Kontakt reagiert die Haut dann immer mit einem
Ekzem. Die genauen Ursachen der Allergisierung sind noch weitgehend unbekannt.
Abklärung: Der typische Ausschlag ist das Ekzem. Oft ist es nicht möglich, zu erkennen, ob ein allergisches oder irritatives
Kontaktekzem vorliegt.
Wichtig ist der Nachweis der Allergie. Dazu wird die Epikutantestung (oder Patchtestung) durchgeführt. Auf kleine Metallplättchen
werden verschiedene Substanzen aufgebracht und auf die Haut geklebt. Nach 24-72 Stunden wird kontrolliert. Der Körper reagiert
allergisch, wenn sich unter einer Substanz eine kleine Ekzemreaktion entwickelt. Dieser Test erfordert ein grosses Know-how und
sollte unbedingt von Dermatologen durchgeführt werden.
Behandlung: Meiden der auslösenden Allergene. Im akuten Zustand cortisonhaltige Salben (siehe Cortison), Fetten
Prophylaxe: Meiden der auslösenden Ursachen, regelmässige Hautpflege (Fetten), Hautschutzsalben (Barriercremen). Im Falle von
Handekzemen finden Sie hier nützliche weitere Infos.
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