Definition
Es gibt keine einheitliche Definition der Kosmetik. In der Regel wird damit
die Körper- und Schönheitspflege der Haut, der Nägel und der Haare
verstanden.
Kosmetika
im klassischen Sinne enthalten Substanzen, die nur oberflächlich (auf die
Hornhaut beschränkt) wirken. Ihre Wirkungen sind klinisch häufig nicht
bewiesen.
Moderne Kosmetika enthalten aktive
Ingredienzien, die auch Wirkungen auf tiefere Hautschichten entfalten. Diese wurden
zum Teil in wissenschaftlichen Studien bewiesen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Fruchtsäuren
(z.B. alpha-Hydroxysäuren),
sogenannte
Radikalfänger (z.B. gewisse Vitamine),
moderne
Retinoide (Abkömmlinge von Vitamin A),
gewisse
Hormone.
Wichtige Problemkreise in der
Kosmetik
Reinigung
und Wiederherstellung des schützenden Säure- und Fettmantels
Behandlung
des chronischen Lichtschadens
Auf folgende Themen wird nicht eingegangen. Sie sind die Domäne der Kosmetikerinnen:
Gestaltung
der
Haare und Nägel,
Pflege
der Frisur und der Haare,
Verschönerung
des Gesichtes mittels Ausgleichung von „Unreinheiten“ durch Make-ups und
optische Akzentuierung durch Farbe.
Kosmetik und Dermatologie
Die Abgrenzung der Kosmetik zur Dermatologie ist unscharf und fliessend.
Ein Beispiel soll dies illustrieren. Eine Akne, die ja "nur" die Haut und
nicht die inneren Organe befällt, kann man in vielen Fällen als rein kosmetisches Problem
ansehen. Aus unzähligen Untersuchungen
weiss man aber auch, dass eine Akne oft zu psychologischen Problemen führt.
Sie kann auch (v.a. wenn sie stark entzündet ist) zu bleibende Narben
führen. Die Akne wird dann zum medizinischen Krankheitszustand, der durch
den Dermatologen behandelt werden muss.
Was für "kosmetische Instrumente"
hat der Dermatologe?
Hautcremen
mit pharmakologisch aktiven Substanzen, die zum Teil rezeptpflichtig sind.
Lasergeräte
(z.B. zur Behandlung von erweiterten Gefässen, wie z.B. „Coupe rose“ (siehe
Kapitel Laser).
Elektrokaustik
(z.B. zu Entfernung von Hautzäpfchen und Altersveränderungen)
Kryochirugische
Behandlungmethoden (z.B. zur Behandlung von Altersflecken und anderen
Altersveränderungen)
Scharfer
Löffel (z.B. zur Entfernung von Alterswarzen)
Zuerst die Diagnose, dann die
Therapie!
Bevor
eine Veränderung behandelt wird, muss eine genaue Diagnose gestellt werden.
Die trifft vor allem für pigmentierte Läsionen zu. Es muss sicher
ausgeschlossen werden, dass keine Krebsvorstufen oder bösartige
Veränderungen mit kosmetischen Prozeduren ungenügend behandelt und
„verschleppt“ werden.