Dr. med. Martin Pletscher, Hauptstrasse 85, 4102 Binningen, Tel: 061- 426 98 26, FAX: 061- 426 98 25
Kryotherapie
Was ist Kryptherapie
Die Vereisungsbehandlung heisst Kryochirurgie. Hierbei wird durch Kälteanwendung krankes Hautgewebe entfernt und später durch
gesundes wieder aufgebaut. Das Vereisungsmittel ist flüssiger Stickstoff, der in einem isolierten Tank in der Praxis aufbewahrt wird.
Die Temperatur des Kühlmittels beträgt -196 Grad Celsius.
Wie wirkt der flüssige Stickstoff auf das Gewebe?
Durch die extreme Abkühlung des Gewebes entstehen Eisbildungen in und ausserhalb der Zellen. Eis hat ein grösseres Volumen als
Wasser und sprengt die Zelle. Die Zellmembranen werden geschädigt und es bilden sich hohe Elektrolykonzentrationen. Die
Durchblutung wird reduziert durch Zerstörung der kleinsten Gefässe. Dies alles führt zur Zerstörung des Gewebes.
Was passiert nach der Behandlung?
Unmittelbar nach der Behandlung kommt es zu einer Rötung und Anschwellung im Bereich der behandelten Hautstelle. Im Laufe von
wenigen Stunden können zum Teil sehr grosse Blasen entstehen, die auch Flüssigkeit absondern. Das ist völlig normal und darf nicht
beunruhigen, denn es zeigt, dass die angestrebte Gewebezerstörung erreicht wurde. Oft tritt vor allem bei der Behandlung im Gesicht
eine stärkere Schwellung der Augenlider auf, die harmlos ist und sich innerhalb weniger Tage vollständig zurückbildet. Nach
Aufplatzen der Blasen bildet sich eine trockene, teils schwarze Kruste, die allmählich abfällt. Von den Wundrändern wächst gesundes
Hautgewebe hervor. In der Regel ist der Heilungsprozess nach ca. 3 Wochen vollständig abgeschlossen.
Basaliom vor Kryotherapie
in eingefrorenem Zustand
fliessende Wunde nach
Endzustand:
einigen Tagen
flache weissliche Narbe
Was kann mit Kälte behandelt werden?
gutartige Veränderungen
•
Warzen
•
Altersflecken, Lentigines
•
Narben
•
Blutschwämmchen
bösartige oder halbbösartige Veränderungen
•
aktinische Keratosen
•
Basaliome
•
Plattenepithelcarcinome
Wann darf nicht mit Kälte behandelt werden?
•
Tumoren, die klinisch nicht genau abgrenzbar sind
•
wenn die Veränderung nach der Behandlung histologisch beurteilt werden sollte (zum Beispiel: Melanom)
Vorteile der Kyrotherpie
•
einfach, schnell und in der Regel ambulant durchführbar
•
schmerzarm (häufig ist nicht einmal eine Lokalanästhesie nötig)
•
keine Blutung, deshalb bei Antikoagulation (Blutverdünnung) geeignet
•
flache Narbe (dicke Narben sind selten)
•
billig
Nachteil der Kryotherapie
•
keine histologische (feingewebliche) Untersuchung der entfernten Veränderung möglich
•
relativ lange Wundheilung, Wunde muss gepflegt werden (kann schwierig sein bei unbeweglichen Leuten, vorallem am
Rücken)
•
führt zum Pigmentverlust (weisser Fleck)
Wie ist die Wunde nach Kryochirurgie zu behandeln?
In der ersten Woche nach der Behandlung muss in Folge einer starken Absonderung aus der Wunde der Verband täglich gewechselt
werden. Eine Wundsalbe wird abends unter einem Gazeverband auf die behandelte Stelle aufgetragen. Wenn die Wunde nicht mehr
nässt, kann man auf einen Verband verzichten.
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