Dr. med. Martin Pletscher, Hauptstrasse 85, 4102 Binningen, Tel: 061- 426 98 26, FAX: 061- 426 98 25
Piercing und Tattoos
Was haben Amy Winehouse, Madonna und Heidi Klum gemeinsam? Sie tragen Piercings und haben Tattoos. Diese Art des
Körperschmuckes ist „in“. Personen jeglichen Ausbildungsstandes, Geschlechtes und sozialer Schicht schmücken sich damit. Dies
war früher anderes. Piercings und Tattoos waren vor allem auf sozialen Randgruppen wie zum Beispiel Punks, Motorradgangs,
Drogensüchtige, Gefangene, etc. beschränkt.
Es gibt wenige Untersuchungen über die Motive. Soziale Provokation im Sinne einer Auflehnung gegen die Gesellschaft, ist ein
wichtiges Motiv bei Teenagern. Bei dieser Gruppe spielt auch der Gruppendruck eine wichtige Rolle. Man will mit einem Piercing oder
Tattoo markieren, dass man „dazu“ gehört und nimmt dafür Schmerzen, Nebenwirkungen und Kosten in Kauf. Bei Erwachsenen
treten diese Motive in den Hintergrund. Für sie ist die individuelle Körpergestaltung wichtig.
Die häufigsten Piercings findet man in den Ohrläppchen. In den letzten 20 Jahren hat das Bodypiercing stark zugenommen. Praktisch
alle Körperteile werden durchstochen. Das betrifft auch Brustwarzen, die Zunge und die Genitalregion. Parallel zu diesen
Gewohnheiten haben auch die Nebenwirkungen stark zugenommen. Je nach untersuchtem Kollektiv haben 25-35% unerwünschte
Folgen und die Hälfte dieser Personen benötigt ärztliche Hilfe.
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten gehören lokale Infektionen am Ort des Piercings oder Tattoos. Es gibt aber auch Berichte über Infektionen mit
Hepatitis (Gelbsucht) und HIV. Weitere Komplikationen sind Hautblutungen, Allergien, Schädigungen von Hautstrukturen
(Blutgefässe, Nerven, Brustwarzen, Ohrknorpel, etc.), Narbenwucherungen, Gefühlsstörungen etc. Ein besonderes Problem sind
Piercings im Mundbereich. Bekannt sind Schädigungen des Zahnschmelzes und Zungenschwellungen, die bis zur Atemnot führen
können.
Die psychologischen Auswirkungen dürfen auch nicht vernachlässigt werden. Es gibt in der Bevölkerung immer noch Vorurteile
gegenüber Personen mit Piercings und Tattoos. Das kann zu Ausgrenzungen führen. Viele Personalchefs sind bei einer Anstellung je
nach „Körperschmuck“ zurückhaltend. Leute mit auffälligen Piercings und Tattoos haben auf dem Arbeitsmarkt weniger Chancen! Es
ist zu hoffen, dass diese Vorurteile abgebaut werden.
Was soll ich unternehmen, wenn ich ein Piercing oder ein Tattoo will?
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Sprich mit Freunden. Was haben sie für Erfahrungen gemacht, würden sie es wieder machen?
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Um zu einer Gruppe zu gehören, musst du dich nicht unbedingt mit einem Piercing oder Tattoo versehen. Denke daran, ein
Tattoo zu entfernen kann sehr schwierig sein.
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Falls du dich doch für ein Piercing oder Tattoo entscheidest, dann:
Wähle die Körperstelle sorgfältig aus. Willst du, dass alle deine Tattoos sehen?
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Es gibt Stellen, die für Piercings problematisch sein können, wie: Zunge, Genitalregion, Knorpelgewebe (Ohrmuschel, Nase),
Brustwarze, etc.
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Der Piercingschmuck und das Durchstechungsinstrument sollten aus hochwertigem Chirurgenstahl, Gold, Titan oder Platin
sein.
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Hygiene ist das A und O. Nach dem Piercing sollte die Wunde gepflegt und sauber gehalten werden.
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Von Henna-Tattoos, die in gewissen Ferienregionen angeboten werden, ist abzuraten. Oft wird Henna mit einem Farbstoff
gestreckt, der zu langwierigen Allergien führen kann.
Auf was muss man in einem Piercing- oder Tattoo-Studio achten?
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Das Studio sollte sauber sein.
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Die Haut muss desinfiziert werden.
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Der Piercer oder Tätowierer sollte Handschuhe tragen,
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er muss über mögliche Nebenwirkungen aufklären.