Dr. med. Martin Pletscher, Hauptstrasse 85, 4102 Binningen, Tel: 061- 426 98 26, FAX: 061- 426 98 25
Allergie auf die Umwelt?
Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen, die durch immunologische Mechanismen ausgelöst werden, in der Mehrzahl der Fälle
durch Antikörper vom IgE-Typ. Der Alllergietest ist nichts anderes als der Nachweis der spezifischen IgE-Antikörper.
Einige typische allergieauslösende Substanzen sind Pollen, Hausstaubmilben, Tierbestandteile, Schimmelpilze.
Abklärung: Erhebung der Krankengeschichte, Allergieteste (siehe Diagnose und Therapie)
Unverträglichkeiten entstehen meistens durch direkte Einwirkung von Schadstoffen auf das entsprechende Organ. Spezifische IgE-
Antikörper können nicht nachgewiesen werden. Somit sind die klassischen Allergieteste wertlos. Die Krankheitssymptome sind sehr
unterschiedlich und können durchaus jenen einer Allergie ähnlich sein. Während bei Allergien schon kleinste Allergenmengen
Symptome auslösen können, braucht es bei Unverträglichkeiten in der Regel höhere Dosen.
Einige typischen Substanzen, die Unverträglichkeiten produzieren: Formaldehyd, (Spanplatten, Farben, etc.), Lösungsmittel (Farben,
Verdünner, Kleber, etc.), Ozon, etc., etc.
Abklärung: Erhebung der Krankengeschichte und ev. Messung von Schadstoffkonzentrationen.
Problematik: Die Etablierung einer Diagnose und eines Zusammenhangs der Symptomatik mit der Exposition zu einem bestimmten
Gift sind oft sehr schwierig.
Dies hat mehrere Gründe:
•
Es gibt keine relevanten biologischen Teste.
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Die Luftkonzentrationen (Exposition ) der einwirkenden Gifte sind oft nicht genau messbar.
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Es gibt unterschiedliche Empfindlichkeiten. Vor allem Allergiker haben oft sensible Schleimhäute und reagieren früher auf
Umweltgifte als Nichtallergiker (Beispiel: Asthmatiker haben schon bei niedrigen Ozonkonzentrationen Atemnot).
Zusammenwirkung von Umweltgiften und Allergien
Letztlich ist jede Substanz in der Umwelt, die zu einer Schädigung führen kann, ein Umweltgift. Dazu gehören natürlich auch die
typischen Allergene (Allergie auslösenden Substanzen). Besonders interessant ist die Frage, in wie weit der Einfluss von
Umweltschadstoffen die Entstehung von Allergien begünstigt und ob allenfalls die Umweltverschmutzung für die Zunahme von
Allergien verantwortlich gemacht werden kann. Obwohl wissenschaftliche Untersuchungen über dieses Thema kontroverse Resultate
zeigen, spekulieren etliche Autoren, dass die veränderte (verschmutzte) Umwelt ein wichtiger Faktor für der Entstehung von Allergien
sei. Eine Extremform der Umweltverschmutzung stellt das Rauchen dar. Jedes 2. Schulkind ist Passivraucher!! Dass Rauchen direkt
die Bronchialschleimhaut schädigt (Lungenkrebs), weiss man schon lange. Etabliert ist aber auch, dass Raucher und Passivraucher
häufiger an Inhalationsallergien leiden als Nicht-Raucher.
Umweltsyndrome
Der Einfluss von Umweltfaktoren wird in unserer Gesellschaft rege und oft emotional-ideologisch gefärbt diskutiert. In den letzten
Jahren entstanden neue „Erkrankungen“. Sie tragen Namen wie: das „totale Allergiesyndrom“, das „chronische Müdigkeitssyndrom“,
das „Ökosyndrom“ etc. Diesen Leiden gemeinsam ist, dass in den wenigsten Fällen echte Allergien identifiziert werden können. Die
Symptome werden vielmehr fehlinterpretiert und unserer Umwelt zugeschrieben. Wir leben in einer sehr komplizierten und
technisierten Welt, in der Emotionen oft keinen Platz haben. Die Medien sorgen zudem oft für eine erhebliche Verunsicherung der
Bevölkerung. Eine Methode, journalistische Aufmerksamkeit zu erregen, besteht im Kreieren von Kontroversen. Einen grossen Anteil
daran haben die TV-Privatsender, die zum Teil über abstruse Theorien und Therapien berichten, welche jeder wissenschaftlichen
Grundlage entbehren. Der Zuschauer ist aber ob der Informationsflut nicht mehr imstande, das Gehörte zu werten und nimmt die
Berichte oft für bare Münze.
Was ist zu tun bei Verdacht auf „Umweltbeschwerden?
Personen mit vermeintlichen „Umweltbeschwerden“ sollten sich im einfachen Fall an den Hausarzt und im komplizierten Fall an einen
Spezialarzt für Allergologie wenden. Sie können eine Allergieabklärung einleiten oder nach anderen Ursachen suchen.
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